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[amazonadd=3548268528]Eine mysteriöse Tätowierung bringt die bayerische Kleinstadt Schongau, die unter den Nachwehen des Dreißigjährigen Krieges leidet, in Aufruhr. Das Symbol prangt auf der Haut eines Jungens, der tot aus dem Wasser gezogen wird, und gibt Anlass zu der Vermutung, dass hier Hexen am Werke waren.

Ein Unfall scheint ausgeschlossen, denn die Leiche weist diverse Messerstiche auf. Der Verdacht fällt sofort auf die Hebamme des Ortes, Martha Stechlin. Der Scharfrichter Jakob Kuisl soll der alten Frau ein Geständnis entlocken: unter Folter, so wie es sein Berufsstand verlangt. Doch ist Jakob Kuisl misstrauisch. Gemeinsam mit seiner Tochter Magdalena und dem jungen Medicus Simon Fronwieser macht er sich auf die Suche nach dem wahren Täter.

Oliver Pötzsch ist selbst ein Nachkomme der Kuisls, um deren grausige Familiengeschichte er diesen fesselnden Roman gestrickt hat. Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert waren die Kuisls die berühmteste Henker-Dynastie des Staates Bayern und so gefürchtet wie geachtet. Der Beruf des Henkers galt als unehrenhaft, war aber auch nicht schlecht entlohnt. Die Familien der „Handlanger des Todes“ standen meist abseits der Gesellschaft.

In diesem heiklen sozialen Geflecht spielt sich der historische Roman „Die Henkerstochter“, das Debütwerk des Autors Pötzsch, ab. Abgesehen von der fesselnden Kriminalgeschichte werden viele historische und politische Details beschrieben, die dem Bild vom Beruf des Henkers seinem Schleier der blinden Grausamkeit berauben. Sogar blutige Folter-Szenen weiß Pötzsch sachlich und nüchtern zu beschreiben. Wer sich mit diesem Buch in die historische Welt Schongaus begibt, wird vielfach überrascht. Und schon bahnt sich eine Fortsetzung der Geschichte an.