Werbung

Mit "Die Freunde von Eddie Coyle" veröffentlicht der Kunstmann Verlag einen Kriminalroman, der in den 70er-Jahren und in Hollywood für Furore sorgte. Der Autor, George V. Higgins ist ein ehemaliger Rechtsanwalt, der sich auf die Zusammenhänge zwischen Kleinkriminellen und dem organisierten Verbrechen versteht.

Der Protagonist, Eddie Coyle, verdient sein Geld als Kleinkrimineller. Bereits zu Anfang verdeutlicht der Autor, dass Eddie nicht zu den Intelligentesten seiner Branche zählt. Besonderes Augenmerk legt der Autor auf die Verstrickungen des Protagonisten. Naiv erscheint es dem Leser, dass Eddie seine Erlebnisse ausgerechnet einem Detektiv der Bostoner Polizei erzählt. Fortwährend macht er sich bei anderen Kriminellen unbeliebt und eckt durch seine denunziantischen Tendenzen beim Leser und seinen sogenannten Freunden an.

Higgins Stil macht den Reiz aus
Die eigentliche Tiefe des Romans macht der Stil des Autors aus. Er baut den Roman zu überwiegenden Teilen aus Dialogen auf. Durch Dialoge Spannung aufzubauen, ist eine Kunst, die der Autor bis ins Detail beherrscht. Durch den nachvollziehbaren Plot entsteht eine realistische und greifbare Handlung, in die der Autor sich problemlos hineinversetzt.

Für unerfahrene Leser von Kriminalromanen bedarf es sicherlich einiger Eingewöhnungszeit. Dennoch lohnt sich das Lesen, denn aufgrund seiner beruflichen Kenntnisse und dem Schreibtalent gelingt ein spannender und teils eigenwilliger Roman, der den Leser in die Unterwelt einer amerikanischen Großstadt entführt.