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[amazonadd=325723158X]Was hat die Geschichte des Propheten Elias mit unserer modernen Welt zu tun? Nicht viel, möchte man meinen, schließlich sind seit der Zeit des Hebräers beinahe 30 Jahrhunderte vergangen. Und doch hat der Elias aus Coelhos Märchen etwas erlebt, das die Menschen nach vor bewegt: Er hat zu sich selbst gefunden, hat gelernt, nicht ständig in der Vergangenheit zu leben und die richtigen Lehren aus seinen verlorenen Schlachten zu ziehen („Ein Krieger akzeptiert die Niederlage. Er ist bitter gekränkt und die Gleichgültigkeit und die Einsamkeit lassen ihn schier verzweifeln. Doch danach leckt er seine Wunden, rappelt sich auf und fängt von vorne an.“)

Der fünfte Berg“ zählt nicht zu den Büchern, die einen von der ersten Seite an in den Bann ziehen. Ist man aber erst einmal in die Geschichte eingetaucht, lässt sie einen bis Schluss nicht mehr los! Der Brasilianer Colho erzählt von der „Berufung“ des Elias zum biblischen Propheten, einer Berufung die ihm und seiner Umgebung zunächst einmal nichts als Unglück bringt. Israels Königin Isebel will Elias töten lassen: Sie ist eine Anhängerin des Baal-Kultes und sieht die Verbreitung ihres Glaubens durch Elia und seinen einzigen Gott Jahwe gefährdet. Elia gelingt die Flucht nach Phönizien, dem heutigen Libanon. Auf Gottes Geheiß begibt er sich die Stadt Akbar, die vom Belagerungsheer der Assyrer bedroht wird. Er wird von einer Witwe aufgenommen, in die er sich verliebt. Akbar wird, obwohl es den Fremden nur widerwillig und in der Hoffnung auf ein späteres Kopfgeld aufnimmt, für Elias zur zweiten Heimat. Nach der Zerstörung der Stadt durch die Invasoren und dem Tod seiner Geliebten zweifelt der Prophet an der Gerechtigkeit Gottes, bis er schließlich einen Sinn in dem scheinbar Sinnlosen entdeckt.

Coelho ist es gelungen, die Lebensgeschichte des Propheten Elias in ein romantisches und poetisches Märchen zu verpacken. Seine Romanweisheiten wirken weder aufgesetzt noch belehrend: Coelho liefert nicht d i e Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Er hat aber zweifellos ein paar gute Ideen zu diesem Thema, die es wert sind, dass man über sie nachdenkt.

Paulo Coelho: Der fünfte Berg
Verlag Diogenes, 223 Seiten.

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