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...beliebter Stoff, geliebte Lektüre

Wer kennt sie nicht, die drei Musketiere Athos, Porthos und Aramis, die zusammen mit ihrem jungen Freund d’Artagnan den berühmten Spruch „Einer für alle, alle für einen“ geprägt haben. Seit der Veröffentlichung des französischen Originals war diesem Feuilleton-Roman ein beispielloser Erfolg als ‚Bestseller‘ des 19. Jahrhunderts beschienen; und aus seinen Protagonisten wurde ein europäischer Mythos, der in den Köpfen weiterlebt. Doch was macht das Buch neben den Verfilmungen und Hörspielen noch lesenswert?

Das Geheimrezept – Freundschaft, Intrigen und Frauen

Mit der Geschichte der „Drei Musketiere“ schuf Alexandre Dumas eine Handlungsstruktur, welche die Spannungsbögen heutiger Literatur und Filme wegweisend prägt. Während sich seine schreibenden Zeitgenossen an oftmals langatmigen Dialogen aufhielten – die meisten Autoren wurden pro Wort bezahlt – war Dumas‘ Konzept actionreich und einfach: Ein Held kommt in die ‚große‘ Stadt, lernt treue und starke Freunde kennen und verwickelt sich, ohne es wirklich zu wollen, in politische Intrigen, die ihn am Aufbau einer Liebesbeziehung hindern. Die Musketiere sind die Guten, der allgegenwärtige und mächtige Kardinal Richelieu das stereotype Urböse. Diesen Romanaufbau hat Alexandre Dumas freilich nicht erfunden, doch nutzte er ihn überaus effizient für seine Literaturproduktion.

Flotte Sprüche und Abenteuerlust

Was die Musketiere bis heute sympathisch macht, ist insbesondere ihre charakterliche Ausgestaltung. So ist Athos die weise Vaterfigur, Porthos der Haudrauf mit dem natürlichen Charme und Aramis der nachdenkliche Poet. Sie alle sind sie aber auch geübte Fechter und stets zu einem Abenteuer bereit – so gefahrvoll es auch scheinen mag. Sie wetten, verprassen ihr Geld, trinken Wein ohne Ende und haben schlicht unverschämtes Glück. Den Leser – damals wie heute – zieht es unwillkürlich in diese Romanwelt voller witziger Dialoge, aufregender Kämpfe und schöner Frauen. Und der Mythos lebt weiter.