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Ende des 17. Jahrhunderts in der Oberlausitz ereignet sich die Geschichte von Krabat, dem elternlosen Betteljungen, der, einem Traum folgend, die Mühle im Koselbruch aufsucht, um sich dort als Müllerlehrling zu verdingen. Bald stellt sich heraus, dass er in einer „schwarzen Schule“ gelandet ist. Anfangs begeistert von seinen neuen Fähigkeiten, muss Krabat bald feststellen, dass das Zaubern seinen Preis hat.

Otfried Preußler, der sich durch die gleichnamige sorbische Volkssage zu diesem Roman hat inspirieren lassen, führt den Leser mit einfachen aber eindrucksvollen Worten durch die Geschichte, welche fast ohne Einleitung beginnt.

Über Krabats bisheriges Leben erfährt man nichts. Stattdessen befindet man sich sofort im Geschehen und erlebt mit, wie er sich auf den Weg macht, um sich in eine unheimliche Angelegenheit zu verstricken und Geheimnissen auf die Spur kommt, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen.

Der gesamte Roman ist aus der Perspektive des Romanhelden geschrieben und lässt den Leser all das miterleben, was Krabat widerfährt. Durch diesen Erzählstil bleibt das Buch von der ersten bis zur letzten Seite spannend.

Was in diesem Roman etwas kurz kommt, sind die einzelnen Charaktere. Weder über Tonda und Juro, mit denen Krabat sich anfreundet, noch über die anderen Gesellen erfährt man viel Persönliches. Am allerwenigsten erfährt der Leser von dem namenlosen Mädchen, das am Ende der Geschichte sein Leben riskiert, um Krabat freizubitten. Ohne Krabat näher zu kennen, ist sie sofort bereit, ihn und seine Mitgesellen durch ihre Liebe zu erlösen.

Dennoch kommt der Roman mit diesen knappen Charakterbeschreibungen aus, denn wer man früher einmal war, spielt keine Rolle mehr, wenn man einmal dem Meister gehört, welcher die Mühle mit eiserner Hand regiert und doch selbst nicht frei ist.