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1967 startete die Reihe Lustige Taschenbücher mit Der Kolumbusfalter und andere Geschichten . Ohne Zweifel handelt es sich um eines der besten LTBs überhaupt!
Übersicht
Der Kolumbusfalter
In der Titelgeschichte "Der Kolumbusfalter" fotografieren Donald und seine Neffen im Auftrag von Gitta besondere Muster für ihre handgemalten Stoffe. Dagobert ist dies natürlich ein Dorn im Auge, weshalb er versucht, Donald seiner Konkurrentin Gitta abspenstig zu machen. Donald denkt jedoch nicht daran, sich in Dagoberts Dienste zu stellen. Derweilen hecken Tick, Trick und Track einen gefinkelten Streich aus: Sie fotografieren zufällig einen Schmetterling mit einem Flügelmuster, das nach einer Schatzkarte aussieht. Nachdem sie den angegebenen Fundort leer vorfinden, überlassen sie es Donald, es ihnen gleich zu tun, indem sie die Ahnungslosen spielen Allerdings mischen dann auch noch Onkel Dagobert und die Panzerknacker mit und es entbrennt eine aufregende Schatzsuche mit ungeahntem Ausgang...

Die Zebramuschel
Diese Geschichte ist ein absoluter Höhepunkt der gesamten Reihe: Einige skurrile, witzige Einfälle gepaart mit atemloser Spannung und einem irrsinnigen Erzähltempo. Die Zeichnungen sind liebevoll und die Figuren ausdrucksstark. Die Zebramuschel ist nicht ganz so gut gelungen, aber dennoch hinreichend witzig und spannend. Donald beschließt, sich über die Volkshochschule fortzubilden. Ganz besonders interessiert er sich für Vorträge über Weichtiere, etwa zum Thema "Trägt die Miesmuschel ihren Namen zu Recht?". Derweil werden Onkel Dagoberts Kokosplantagen von einer rätselhaften Krankheit befallen, die sämtliche Kokosnüsse verfaulen lässt. Donald soll gemeinsam mit Tick, Trick und Track der geheimnisvollen Seuche auf den Grund gehen.
Der Gespensterschatz
Die wohl witzigste, wenngleich abstruseste Story des Buches, bietet Der Gespensterschatz. In Dagoberts Geldspeicher haust ein geheimnisvoller Eindringling, der sich als Toshy von MacIntosh herausstellt - ein aus Schottland emigriertes Gespenst, das es in seiner Heimat aus nervlichen Gründen nicht mehr aushielt und im Geldspeicher seine selige Ruhe zu finden hofft. Dagobert passt das gar nicht - schließlich zahlt das Gespenst keine Miete... Der gute Donald erbarmt sich des delongierten Geistes und lässt ihn bei sich zu Hause wohnen, woraufhin Toshy ihm das Versteck eines Schatzes verrät. Dummerweise erfährt Dagobert davon und versucht mit allen Tricks, an den Schatz zu gelangen...

Donald im Jahr 2001
Hier ist es nicht so sehr die Story, die fesselt, als vielmehr die Gags. Etwa, wenn Dagobert sich eine Tageszeitung erschwindelt, indem er sich als Mitglied des "Vereins zur Bekämpfung von Rechtschreibfehlern in Zeitungen" ausgibt und die Zeitung eines ehrlichen Käufers quasi konfisziert, um die Fehler ausbessern zu lassen. Oder, wenn er gemeinsam mit seinem Neffen Donald in eine Irrenanstalt (political correctness darf man in alten Comics nicht erwarten!) verfrachtet wird und sich die behandelnden Ärzte darüber wundern, dass zwei "Verrückte" sich für ganz normale Personen halten. Einen würdevollen Abschluss bietet Donald im Jahre 2001.

Dabei werden Donald und seine drei Neffen mit Hilfe einer Zeitmaschine in das Jahr 2001 versetzt. Dagobert möchte nämlich heraus finden, ob sein gewaltiges Vermögen nach seinem Tode vom Erben Donald sinnlos verprasst oder sorgsam verwaltet wird. Überraschenderweise zeigt sich, dass Donalds zukünftiges Ich genau so geizig ist, wie es sein Erbonkel war. Was Donald natürlich gar nicht recht ist, weshalb er sich sogar mit den Panzerknackern verbündet, um dem Donald des Jahres 2001 eins auszuwischen - doch dieser ist nicht nur geizig sondern auch clever...

Rasend lustig ist die Story nicht gerade, bietet aber ein paar Zeitreiseparadoxa, von denen sich so manch unlogischer Film eine Scheibe abschneiden könnte. Interessant ist auch der naive Charme der Geschichte, in der die Menschen seltsame Hüte tragen, Gebäude streng geometrische Formen aufweisen und Atomkraft die primäre Energiequelle darstellt.

Autor: rainer