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Die Herren des Nordens: Ein neuer historischer Roman Bernard Cornwell in seiner Fortsetzungsreihe. Statt wie andere Reihen im Laufe der Zeit immer flacher zu werden zeigt Bernard Cornwell im dritten Band schriftstellerische Höchstleistung. Man möchte nicht aus der Story aussteigen, so wird die Spannung gesteigert, das Buch weg zu legen, fällt sehr schwer. Wenn andere Autoren ihre Darstellungen klar geprägt von modernen Geisteseinflüssen am Leser „vorbei mogeln“ wollen, entführt Bernard Cornwell den Leser schonungslos in das 9. Jahrhundert, wo Grausamkeit, Brutalität und erschreckende Rücksichtslosigkeit an der Tagesordnung sind. Genauso wird aber die enge Verwobenheit von Königstum, Religion, Mystik und Gedankengut dieser Zeit beleuchtet. Dies ist neben dem Witz, der ohne Zweifel zur Würze des Buches gehört, eine der herausragenden Eigenschaften des Werks.

In „Die Herren des Nordens“ findet sich ein interessanter geschichtlicher Hintergrund, anschaulich und authentisch beschrieben. Bernard Cornwell lässt Langeweile keine Chance, man hat den Eindruck, die Geschichten werden von Ausgabe zu Ausgabe packender und lebendiger. Man kann sich mit den altbekannten Charakteren gut identifizieren und findet schnell ins Geschehen hinein. Ebenfalls gut eingearbeitet sind wieder unerwartete Wendungen des Geschehens, wobei dies jedoch schlüssig und durchdacht vom Autor konstruiert wird. Unlogische Sprünge und an den Haaren herbei gezogene Entwicklungen werden Gott sei Dank vermisst.

„Die Herren des Nordens“ von Bernard Cornwell steht seinen beiden ausgezeichneten Vorgängerwerken in nichts nach. Dieser historische Roman besticht durch seine gnadenlose Authenzität, seine lebendigen Schilderungen. Zudem gespickt mit einer gehörigen Prise spitzen Humors, meisten auf Kosten der Geistlichkeit, sei er jedem Historienfan nahe gelegt.

PS. Der Sprecher: Gerd Andresen, liest / spricht den Roman überragend.